Ein Gedanke braucht manchmal

einen Raum.

Selbstbild

Wenn Selbstoptimierung zur Flucht wird...

Menschen sind dazu bestimmt, 

sich zu entwickeln.


Aber nur, 

wenn Entwicklung 

nicht aus Selbstablehnung entsteht.

 


Es gab eine Zeit in meinem Leben, 

in der ich Persönlichkeitsentwicklung 

mit Wachstum verwechselt habe.


Ich habe gelesen. 

Gehört. 

Konsumiert.


Bücher. 

Podcasts. 

Routinen.


Meditation. 

Kalte Duschen. 

Frühes Aufstehen.


Es fühlte sich an wie Fortschritt.

 


Rückblickend 

war es vor allem eines:


Beschäftigung.

 


Vieles von dem, 

was ich damals für notwendig hielt, 

spielt heute 

keine Rolle mehr.


Nicht, weil Entwicklung falsch ist.


Sondern weil sie 

nicht dort beginnt, 

wo man sich ersetzen will.

 


Selbstoptimierung kippt, 

wenn sie zur Antwort 

auf ein diffuses Gefühl 

von Unzulänglichkeit wird.


Dann fühlt sich jede Verbesserung gut an 

nicht, weil sie trägt, 

sondern weil sie betäubt.

 


Fortschritt wird dann nicht gemessen 

an Klarheit oder Substanz.


Sondern an Aktivität.

 


Man kann sich sehr lange 

mit sich selbst beschäftigen, 

ohne sich wirklich zu begegnen.

 


Persönliches Wachstum 

ist kein Lebensersatz.


Es ist ein Lebensbereich.


Wer alles daran aufhängt, 

verliert das Gleichgewicht.

 


Nicht jeder Impuls 

zur Verbesserung 

ist ein Zeichen von Reife.


Manchmal ist er nur 

die Angst, 

stehenzubleiben.

 


Die Ironie ist:


Erst wenn man akzeptiert, 

dass man nicht optimiert werden muss, 

wird Entwicklung möglich.

 


Selbstverbesserung 

bedeutet nicht, 

das Selbst zu ersetzen.


Sondern es 

ernst zu nehmen.

 


Nicht alles, 

was schwer ist, 

lohnt sich.


Und nicht alles, 

was sich nach Fortschritt anfühlt, 

ist einer.

 


Wachstum beginnt dort, 

wo man aufhört, 

sich selbst 

zu bekämpfen.

-

bleib. hier.

ließ weiter