„Freiheit“ klingt nach etwas Gutem.
Nach Möglichkeiten.
Nach Offenheit.
Nach einem Leben ohne Grenzen.
Je mehr Optionen,
desto besser, oder?
Viele von uns verbringen ihr Leben damit,
genau diese Freiheit zu vergrößern.
Mehr Auswahl.
Mehr Wege.
Mehr Optionen.
In der Hoffnung,
irgendwann sagen zu können:
Jetzt kann ich tun,
was ich will.
Und doch zeigt sich oft
das Gegenteil.
Zu viele Möglichkeiten
machen nicht frei.
Sie machen unruhig.
Zögerlich.
Unzufrieden.
Das Problem ist nicht,
dass wir zu wenig Freiheit haben.
Sondern,
dass wir Freiheit
mit Richtungslosigkeit verwechseln.
Freiheit der Wahl
ist kein Ziel.
Sie ist ein Rohzustand.
Ohne Orientierung
wird sie zur Last.
Was Menschen meist suchen,
ist nicht grenzenlose Freiheit.
Sondern Autonomie.
Autonomie bedeutet nicht,
alles tun zu können.
Sondern zu wissen,
warum man etwas tut.
Autonomie entsteht dort,
wo Entscheidungen
im Einklang mit den eigenen Werten stehen.
Nicht dort,
wo es die meisten Optionen gibt.
Man kann äußerlich frei sein
und innerlich orientierungslos.
Und man kann gebunden sein,
an Aufgaben, Beziehungen, Verantwortung,
und sich trotzdem stimmig fühlen.
Struktur ist kein Feind der Freiheit.
Sie ist oft ihre Voraussetzung.
Der Punkt ist kein moralischer.
Er ist nüchtern.
Wenn du nicht weißt,
wofür du Verantwortung übernehmen willst,
fühlt sich jede Entscheidung
wie Verlust an.
Autonomie heißt nicht,
sich von allem zu lösen.
Sondern bewusst zu wählen,
wo man bleibt.
Vielleicht ist das,
was wir „Freiheit“ nennen,
in Wahrheit der Wunsch,
nicht getrieben zu sein.
Nicht vergleichen zu müssen.
Nicht alles offenhalten zu müssen.
Nicht mehr Möglichkeiten.
Sondern mehr Stimmigkeit.
Nicht Freiheit
als Abwesenheit von Bindung.
Sondern Autonomie
als Fähigkeit,
sich zu binden,
aus eigener Entscheidung.



